Leder
Sämischgerbung
Fettgerbung oder Sämischgerbung
Bei der Sämischgerbung handelt es sich um eine sehr alte Naturgerbung, die nur noch sehr selten angewendet wird. Der Arbeitsaufwand ist sehr hoch, Technisierung praktisch nicht möglich und die Zahl qualifizierter Sämischgerber gering.
Das Ausgangsmaterial sind Wildhäute, für uns in erster Linie ausgesuchte Hirschhäute.
Als Gerbmittel wird Fischtran vom Dorsch eingesetzt. Der Dorschtran mit seinen hohen Säureanteilen liefert besonders gutes Sämischleder. Die Häute werden in Dorschtran eingelegt, bzw. im rotierenden Holzfass solange gewalkt, bis sie kein Fett mehr aufnehmen. Hierbei findet noch keine Gerbung statt. Anschließend werden die Häute auf Rahmen gespannt und an der Luft getrocknet. Der Sauerstoff verbindet sich nun mit dem Fischtran. Durch diese Oxidationsprozesse - das "Ranzigwerden" - setzt die Gerbung ein. Die Trockenphase des zähen Öls kann einige Wochen dauern. Dieser Trockenvorgang (Ölen - Trocknen) wird je nach Dicke der Haut 3 - 10 mal wiederholt. Zum Schluss werden die Leder in warmem Sodawasser ausgewaschen, das überschüssige Fett abgespült. Sämischgerberei liefert gelbliches Leder mit besonders guten Eigenschaften.
Sämischleder ist weich, elastisch, temperaturausgleichend, feuchtigkeitsaufnehmend, hautsympathisch und hygienisch. Sie ist eine Naturgerbung, ohne chemische Zusätze, die nie zu Allergien, bzw. Hautschäden führen kann.
Färben
Aus Öl und Wasser, dem Teile von Blauholz zum "Schmitzen" (Schwarzfärben) oder Braunholz zum Braunfärben beimengte, wird zunächst ein Sud gebraut, mit dem man das Leder grundiert. Anschließend wird es mit Kupfervitriol- oder Eisenvitriolsäure eingefärbt. Diese Prozedur ist vier- bis fünfmal notwendig. Um dem Leder eine besondere Patina zu verleihen, bedient man sich spezieller Tricks, die aber kein Färber preisgibt.
Echter Glanz entsteht erst nach jahrelangem Gebrauch und lässt sich auch durch abschaben oder durch Behandlung mit Speckschwarten nicht erzwingen.
Vom Rothirsch
Nur aus Decken von Rothirschen u.a. aus den Hochgebirgsrevieren, aus Kanada und Neuseeland kann Leder für Hosen und Jacken gegerbt werden. Au-Hirsche eignen sich dafür nicht. Die Decken wären zu fehlerhaft - obwohl ein gewisses Maß an Fehlerhaftigkeit unvermeidbar ist. Es ist typisch für alle Wildlederhäute, dass Unregelmäßigkeiten in seiner Struktur feststellbar sind. Heckenrisse, Parasiten, Kämpfe um Einstand und während der Brunft hinterlassen ihre Spuren auf der Haut. Die meisten Häute werden im altsämischen Trangerbeverfahren hergestellt. Typisches Merkmal für die Trangerbung sind der gelbe Kern bzw. die gelbliche Innenseite des Leders. Sämisch Leder sind, wenn sie nass waren und wieder getrocknet wurden, momentan etwas fester - ähnlich wie Fensterleder.
Ziegenleder
Ziegenvelours sind von bleibender Schönheit. Sie nutzen sich nicht ab. Durch die sehr feste Hautstruktur, sind nur wenig Fetteinlagerungen vorhanden. Dadurch bekommt das Ziegenleder eine hohe Reißfestigkeit und Strapazierfähigkeit. Ziegenleder ist ein sehr weiches, leichtes Bekleidungsleder, das ein optimales Preis/Leistungs-Verhältnis bietet.
Wildbockleder
Wildbockleder stammt von Bergziegen. Es ist dem Leder der Ziegen sehr ähnlich. Durch die sehr feste Hautstruktur, sind nur wenig Fetteinlagerungen vorhanden. Dadurch bekommt das Leder eine hohe Reißfestigkeit und Strapazierfähigkeit. Wildbockleder ist ein sehr weiches, leichtes Bekleidungsleder, mit einem optimalen Preis/Leistungs-Verhältnis.
Chromgegerbtes Leder, das typische Bekleidungsleder:
Chromleder wird in einem mineralischen Gerbverfahren mittels Chromsalzen hergestellt. Um die gewünschten Eigenschaften zu erreichen wird es mit pflanzlichen oder synthetischen Gerbstoffen nachgegerbt. Chromgegerbte Leder sind widerstandsfähig, sehr reißfest und können in jeder beliebigen Farbe lichtecht eingefärbt werden. Das Leder ist weich und geschmeidig, sehr formbeständig und fühlt sich immer etwas kühl auf der Haut an. Ca. 85% aller Leder weltweit sind mit Chromgerbstoffen gegerbt.
Kalbspaltleder
Wird aus den Häuten junger, unausgewachsener Tiere der Rinderrasse hergestellt. Man unterscheidet zwischen "Milchkälbern", die jung und sehr klein sind und nur mit Milch aufgezogen wurden. Entsprechend zart ist die Haut, aber auch kostbar und teuer.
So genannte "Fresser" wurden mit Grünfutter ernährt, die Häute sind auch fester, auch dicker und müssen gespalten werden.
Die Lederfasern der Kalbshaut sind feiner und weicher als die der Rindshaut. Somit hat ein Kalbspalt einen feineren, matten Glanz und weicheren Griff als Rindspalt.
Kalbspalthosen gehören zu den preiswerten Lederhosen.
Chromgegerbtes Leder, das typische Bekleidungsleder
Chromleder wird in einem mineralischen Gerbverfahren mittels Chromsalzen hergestellt. Um die gewünschten Eigenschaften zu erreichen wird es mit pflanzlichen oder synthetischen Gerbstoffen nachgegerbt. Chromgegerbte Leder sind widerstandsfähig, sehr reißfest und können in jeder beliebigen Farbe lichtecht eingefärbt werden. Das Leder ist weich und geschmeidig, sehr formbeständig und fühlt sich immer etwas kühl auf der Haut an. Ca. 85% aller Leder weltweit sind mit Chromgerbstoffen gegerbt.
Leinen
Viele der guten Eigenschaften von Leinen kennt die Hausfrau von den Geschirrtüchern: sie flusen nicht (bei Hemden nicht ganz so wichtig), sind kochfest, können gebleicht werden, sind äußerst reißfest und haltbar - und sie laufen nach der Wäsche ein wenig ein. Letzteres sollten Sie beim Kauf berücksichtigen. Wir empfehlen lieber zwei Kragenweiten größer zu bestellen, denn irgendwann springt das Hemd ein, wenn nicht gleich nach der ersten Wäsche, dann aber nach der 4. oder 5., wenn die für s Weben wichtige Appretur heraus gewaschen ist. Ansonsten können Sie bei einem Leinenhemd nichts verkehrt machen. Durch die lebendige Oberfläche passt es zu allem, was aus der Tracht kommt - zur rustikalen Lederhose genauso wie zum sportiven Walkjanker. Nur beim Anzug empfehlen wir lieber ein Hemd aus feinem Baumwollpopeline.
Halbleinen
Nach dem Textilkennzeichnungsgesetz darf die Bezeichnung Flachs oder Leinen nur für Fasern aus dem Stängel der Flachspflanze verwendet werden. Als Reinleinen können Textilien aus 100% Leinen bezeichnet werden. Die Bezeichnung "Halbleinen" darf bei Erzeugnissen verwendet werden, die in der Kette vollständig aus Baumwolle und im Schuss ganz aus Leinen bestehen und deren Leinenanteil mindestens 40% des Gewebes ausmachen.
Walk
Walk/Loden/Filz
Es gibt Stoffe, die scheinbar die gleiche Struktur haben und deshalb immer verwechselt werden. Deshalb möchten wir die Gelegenheit nutzen, um Sie ein bisschen aufzuklären:
Walk: Genau genommen ist Walk Strickmaterial, das verfilzt wird.
Loden: Im Unterschied zu Walk ist Loden ein gewebter Stoff, der verfilzt wird.
Filz: Filz besteht aus einer Mischfaser oder aus Reißwolle, die eigens genadelt wird und ist häufig jedoch von minderer Qualität.
Walk
Omas selbst gestrickte Pullis zu heiß gewaschen...
Diese ungewollte Verfahrensweise gezielt angewendet ergibt Walk. Denn eigentlich ist Walk nichts anderes als verfilzte Wolle.
Durch Wärme, Mechanik und Wasser bringt man ein Gestrick dazu, sich zu verfilzen und ca. um ein Drittel seiner ursprünglichen Größe zu schrumpfen. Die feine Schuppenschicht der Wolle öffnet sich durch die Wärme, und die Wollfasern verhaken sich ineinander. Es entsteht ein Gewebe, das die natürlichen Eigenschaften der Wolle beibehalten hat, jedoch dichter und robuster ist.
Es ist durch Funde belegt, dass bereits die Ägypter, die Griechen und die Römer Gewebe in einem Bottich voll von einer Mischung aus Wasser und Urin oder Natrium mit den Füßen gestampft haben, um einen dichteren Stoff zu erhalten. Es gab sogar eine ägyptische Hieroglyphe für das Wort "Walken": ein ins Wasser gestelltes Paar Füße!
Einer Tiroler Überlieferung zufolge wurde hierzulande die Technik des Verfilzens von Tiroler Bergbauern entdeckt, die Wollstoffe durch Treten im warmen Wasser reinigen wollten. Wahrscheinlich war das Walken somit eine zufällige Erfindung, als man erkannte, dass ein durch Waschen unglücklicherweise verfilzter Wollstoff trotzdem verwendbar und sogar äußerst strapazierfähig und witterungsbeständig ist.
Seitdem hat sich natürlich viel verändert. Voraussetzung für hohe Qualität sind ausgesuchte Wollen und beste Garne, die Art des Strickens, des Walkens und der Weiterverarbeitung erfolgt fast ausschließlich computergesteuert. Erst in der Näherei werden die einzelnen Teile zusammengeführt und aufwändige Verzierungen, Details oder Applikationen von Hand liebevoll bearbeitet.
Baumwolle
Ein weißes Baumwollhemd passt immer. Gerade in der Tracht, in der über lange Zeit nur Schwarz getragen wurde, waren die weißen Hemden aus Baumwolle oder Leinen die einzigen optischen "Aufheller". Aber nicht nur optisch haben sie sich schon lange etabliert, Trachtenhemden aus Baumwolle sind angenehm zu tragen, gut zu pflegen, weil sie hohe Temperaturen aushalten und leicht zu bügeln, besonders wenn sich noch ein wenig feucht sind.
Schafwolle
Vorraussetzung für gute Schafwolle ist eine gleich bleibende, gesunde Ernährung - saftige Wiesen, durchwachsen mit verschiedenen Heilkräutern - und ein relativ ausgewogenes Klima. Unsere Schafwolle stammt aus dem bairischen und österreichischen Alpenraum. Die gesponnene Wolle hat noch ihren natürlichen Restfettgehalt und den typischen Geruch. Für die Gebrauchseigenschaften ist der Fettgehalt äußerst wichtig, speziell, wenn Schafwolljanker bei feuchter Witterung getragen werden.
Maschinenstrick
Maschinengestrickte Janker sind in Garndrehung und Strickbild viel gleichmäßiger als Handgestrickte. Dadurch wirken sie sportiver und nicht so rustikal. Die Gebrauchs- und Trageeigenschaften sind den Handgestrickten vergleichbar, mit dem Unterschied, dass der Restfettgehalt geringer und sie somit relativ geruchsneutral sind.
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