Startseite
Das Trachtenhaus
Einkaufen
Bestellen
Service
Sonderanfertigungen
Maßtabellen
Tipps zur Pflege
Hersteller
Material
Herstellungsverfahren
Links
Manufaktur
Kundenkarte
Impressum
Text HTML
Herstellungsverfahren

Hutherstellung

Velourshüte sind aus Hasenfell hergestellt. Diese werden nach dem Säubern in die besser geeigneten festen Rückenhaare und die weichen Bauchhaare getrennt. Durch Zusatz von Beizmitteln und Stärke werden die Haare verfilzt und mit heißem Wasser und Wasserdampf zu einem großen Flecken gewalkt, dem sog. Stumpfen. Während des Auswalkens zu einem Dreieck in Hutgröße muss der Haarveloursstumpfen immer wieder gebürstet werden, damit er schön glänzt. Der Stumpfen wird gefärbt, über eine Hutform gezogen, die Krempe unter Wasserdampf nach außen gedreht und unter einer Glocke getrocknet. Auf einer Bimsmaschine, eine Art Schleifmaschine, werden alle abstehenden Haare abgeschnitten und durch Bürsten in eine Richtung gedreht. Dann wird der übrige Rand abgeschnitten, in Handarbeit werden Hutkordel, Hutband, Futter sowie Hutleder eingenäht. Für die Herstellung eines Hutes benötigt man ca. 3 ½ Stunden, wobei noch vieles von Hand gefertigt wird.

Lodenhut

Lodenhüte oder Filzhüte sind aus Schafwolle hergestellt. Früher von Hand gewaschen, gesäubert und in Trockenstuben getrocknet, wird die geschorene Wolle heute von Maschinen bearbeitet.. Mit Stärke und Wasserdampf wird die Wolle zunächst verfilzt und gewalkt. Dadurch entsteht ein großer dreieckiger Flecken, der sog. Stumpfen. Dieser festgewalkte Stumpfen wird gefärbt und über eine Hutform aus Holz gezogen, die Krempe wird unter Wasserdampf nach außen gedreht und unter einer Glocke getrocknet. Dann wird der übrige Rand abgeschnitten. Für die Herstellung eines Filzhutes benötigt man 2 - 2 ½ Stunden, in denen rund 20 Arbeitsvorgänge - viele von Hand - zu erledigen sind. Besonders zu historischen Trachten werden passende Filzhüte angefertigt, da es in der Entstehungszeit dieser Gewänder den Velourshut noch nicht gab.

Der Schafwolljanker

Wie der Name schon sagt, aus Schafwolle muss er sein, wenn´s geht nicht irgendeine, sondern echt Werdenfelser, von Werdenfelser Schafen auf Werdenfelser Almen gewachsen.
Und riechen muss sie, nach Schaf, nach Wollfett - das gut ist gegen Nässe. Die Strickmuster sollten alt sein, aufwändig als Zopf- oder Wabenmuster, oder für den Alltag schlicht glatt-links-gestrickt.
Die Knöpfe können aus Hirschhorn gedreht oder auch aus edlen Silbermünzen gefertigt sein - die Münzknöpfe lassen sich zwar leichter knöpfen als die manchmal sperrigen Hirschhorn, sind aber nicht immer ganz so schön.

Jetzt das Wichtigste:
Kurz muss er sein, der Janker. So kurz, dass beim bücken schon mal das Flanellpfoad rausspitzen kann. Fast schon ein bisserl "rausgewachsen", aber halt nicht ganz. Denn nichts ist störender bei einem Schafwolljanker, als wenn man seine Hände nicht anständig in die Hosentaschen bringt.
Der bildhaft Vergleich macht es noch deutlicher: Mit der linken Hand die rechte Jankerseite anheben und mit der rechten umständlich den Schlüsselbund, Schnupftabak, etc. suchen?
Unmöglich!

Hosenträger

Im Mittelalter war ein Hosenhalter oder -träger nicht nötig, da die Hose an den Wams angenestelt wurde.
Im 17. Jahrhundert tauchen die ersten Hosenträger auf. Eine der ältesten Darstellungen dürfte die auf einer Schützenscheibe aus Leoben sein, die 1669 datiert ist. Die schmalen Bänder sind rot, zeigen zwei senkrechte Bänder mit Quersteg und zusätzlich eine V-förmige Mittelstütze, die auf einen Knopf in der Mitte der Hose zuläuft. Auf Grund verschiedener Nachlässe jener Zeit ist ziemlich sicher, dass in der Mitte des 17. Jahrhunderts der Hosenträger "erfunden" wurde und sich in der Tracht langsam durchsetzte.
Die Landbevölkerung trug Pluderhosen aus Leder, teilweise aus schweren Häuten, so dass die Zugschnur keinen befriedigenden Halt geben konnte und so kam es wohl zur Entstehung des Hosenträgers. Aus überlieferten Darstellungen lässt sich der Schluss ziehen, dass bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts durchwegs Hosenträger aus Stoff getragen wurden. Die ledernen Hosenträger setzten sich erst mit der neuen Tracht der Trachtenvereine, jedenfalls in Oberbayern und im Gebirge durch.
Heute gehört der lederne Hosenträger zur bayerischen Tracht, in weitgehend immer der gleichen Form. Vorne zwei senkrechte Bänder, in der Mitte der Brust durch einen häufig verzierten Steg verbunden und hinten zwei über Kreuz gehende Bänder. Vier Knöpfe halten die Hose am Träger fest.
Die Verzierungen sind variabel und so gut wie ausschließlich am Bruststeg angebracht.
Heute wird mit Stickerei verziert. Ältere Stücke beweisen, dass auch Metallstiftdekorationen oder solche mit Federkiel angebracht wurden. Die Verzierungen zeigen das bayerische Wappen, Löwen, Doppeladler, Hirsche, Gams, Frauenschuh, Enzian, Jahreszahlen, Initialen, das Edelweiß und Sprüche (Treu dem alten Brauch, Heimatgruß), oder den bayerischen König Ludwig II. Auf vielen Querstegen von Hosenträgern ist er umrahmt von Edelweiß und Stickerei zu sehen - romantisch, schön und aller weltlichen Not durch seinen ungeklärten Tod entrückt.
Im Werdenfelser Land zogen um 1880 die Moden ein: Auf die seinerzeit ausschließlich beigen Straminhosenträger wurden mit farbigen Glasperlen rote Röslein mit grünen Blättern gestickt, vereinzelt wurden sogar ganze Träger mit Glasperlen bestickt. Erst Mitte der 50er Jahre setzten sich die schwarzen Straminträger mehr und mehr durch.

Haferlschuhe

wurden früher aus einem Stück Leder getrieben und dann aufgeschnitten. Sie ähnelten so dem normalen Hafer oder auch dem Nachttopf (so zumindest berichtete uns ein erfahrener Schuster)

Impressum Kontakt Sitemap